Ratgeber
EDR-Daten nach einem Unfall auslesen und sichern
Kurzantwort: Ein Event Data Recorder kann ausgewählte Fahrzeugdaten aus dem zeitlichen Umfeld eines Unfallereignisses speichern. Die Daten können die technische Rekonstruktion unterstützen, beweisen für sich allein aber weder Schuld noch den vollständigen Unfallablauf.
Welche Daten vorhanden sein können
Umfang, Zeitfenster und Zugänglichkeit hängen von Fahrzeug, Baujahr, Steuergerät und Ereignis ab. Möglich sind unter anderem Angaben zu Geschwindigkeit, Bremsbetätigung, Gaspedalstellung, Rückhaltesystemen oder Geschwindigkeitsänderung. Nicht jedes Fahrzeug speichert dieselben Werte.
Auslesen ist nicht gleich Bewerten
Zur belastbaren Verwendung gehören Fahrzeugidentifikation, dokumentierter Geräteeinsatz, unveränderte Sicherung der Rohdaten und eine Interpretation im Zusammenhang mit Spuren, Schäden und weiteren Unterlagen. Einzelwerte ohne Kontext können missverstanden werden.
Wann schnelle Sicherung wichtig ist
Eine frühe Prüfung kann bei schweren oder streitigen Unfallabläufen sinnvoll sein, insbesondere bevor Steuergeräte repariert, ersetzt, überschrieben oder das Fahrzeug verwertet werden. Ob eine rechtliche Grundlage oder Zustimmung erforderlich ist, muss vor dem Zugriff geklärt werden.
Grenzen und Datenschutz
EDR-Daten sind kein lückenloses Fahrtenbuch. Verfügbarkeit und Beweiswert müssen im Einzelfall geprüft werden. Personenbeziehbare Daten behandeln wir zweckgebunden und dokumentieren den Auftrag sowie die Berechtigung zur Sicherung.
Quellen und Grundlagen
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